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Wie das Manager Magazin im Vorfeld der nächsten Print-Ausgabe gerade meldet, erwägt Bert Flossbach den Verkauf des von ihm und Kurt von Storch begründeten Unternehmens “Flossbach von Storch” und sondiert bereits Angebote. Vorbild soll demnach ein Deal wie der Verkauf von PIMCO vor Jahren durch die Firmengründer an die Allianz sein.

Zweifellos ein Knüller, wenn es denn stimmt. Die Adresse Flossbach von Storch gehört zu den angesehensten, größten und erfolgreichsten von Inhabern geführten Vermögensverwaltungsgesellschaften Deutschlands. Und mancher Wettbewerber dürfte Interesse zeigen an strategischen Beteiligungen, bis hin zur Übernahme, – vorausgesetzt der Preis stimmt.

Ja, die Geschichte vom Verkauf mag vordergründig zum Bild des ehemaligen “Goldman Sachs Investmentbankers” passen, der strategisch denkt und Geld maximiert.

Ich mag an den Inhalt der Meldung trotzdem nicht recht glauben. Ein erstes inoffizielles Dementi aus dem Hause liegt mir zudem auch schon vor. Es wird in den nächsten Tagen noch zu klären sein, in wieweit Äußerungen Flossbachs in einem Interview mit dem Manager Magazin vielleicht interpretiert oder missverstanden wurden.

Der Ausbau der verwalteten Assets und der Infrastruktur des Unternehmens in den letzten Jahren (Fondsmanager, Vertrieb, eigene KVG-Lizenz, Gründung eines Research-Instituts) zeugt vom Anspruch, die Firma auf ein breiteres Fundament zu setzen und damit für die Zukunft zu stärken. Das ist der Entwicklung einer Exit-Strategie sicherlich nicht abträglich.

Vorausschauende Entrepreneure müssen sich zudem über derartige Szenarien zu gegebener Zeit Gedanken machen. Aktuelle Zitate Flossbachs verstehe ich vor diesem Hintergrund allerdings bis auf weiteres eher als Gedankenspiele und die Abwägung späterer Optionen denn als unmittelbar bevorstehenden Plan. Dafür haben die Beteiligten nach meiner Einschätzung noch zu viel Spass am Job, hätten sich auch schon früher zur Ruhe setzen können und könnten obendrein später auch noch mehr “versilbern”.

Potenzielle Käufer sollten zudem in ihren Verhandlungen mögliche Reibungsverluste derartiger Transaktionen einkalkulieren.

Der Erfolg des Hauses Flossbach von Storch ist in hohem Maße personalisiert und könnte für den Fall, dass die Kontinuität der Managementleistung angezweifelt wird, hohe Mittelabflüsse nach sich ziehen. So oder so, wird FVS in den kommenden Tagen im Gespräch bleiben und sich mit vielen Nachfragen aus Anlegerkreisen konfrontiert sehen.