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Schutz ist immer gut. Vor allem der von Verbrauchern. Ja, auch der Anleger ist ein “schützenswertes Wesen”. Allerdings stellt sich nicht erst seit gestern die Frage, wie man ihn am wirksamsten schützt.

Kann man allen erdenklichen Eventualitäten Rechnung tragen, wenn das Parlament in diesen Monaten über das Kleinanlegerschutzgesetz berät, das Antworten auf Skandale wie Prokon, S&K und Infinus geben soll?

Mal ganz im Ernst: irgendetwas wird immer vergessen. Man kann nicht alles regeln, allenfalls überregulieren. Anlageformen sind nicht per se schlecht, sondern erst infolge unsachgemäßer Handhabung oder krimineller Machenschaften.

Und wollen wir wirklich den “totalen” Kapitalmarktwächter? Es gab gute Gründe, die Aufsicht in der Vergangenheit mit der formalen Prüfung von Produkten zu beauftragen und sie von der wirtschaftlichen zu befreien.

Anders formuliert: die Analyse der Chance-Risikoverhältnisse einzelner Kapitalanlagen ist auch eine Frage der Perspektive.

Warum werden Bürger, die Autos kaufen, Häuser bauen, Spielhallen besuchen dürfen und sich an Gummileinen von Baukränen stürzen können, eigentlich gerade bei der Kapitalanlage in Watte gepackt?

Wäre es nicht sinnvoller, mehr in die Aufklärung und Erwachsenenbildung zu investieren und die Anleger für den psychologischen Problemfaktor menschlicher “Gier” zu sensibilisieren und sie auf diesem Wege vor sich selbst zumindest besser zu schützen?

So kommen wir nie zum mündigen Bürger.