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Algorithmen sind eindeutige Handlungsvorschriften zur Lösung von Problemen. Sie bestehen aus Einzelschritten und lassen sich in computergestützte Prozesse implementieren. Was das mit der Fondsberatung zu tun hat? Immer mehr!

Um die Optimierung ihrer Strukturen bemüht, sind viele Institute und Vertriebswege im Zeitalter fortschreitender Finanzmarktregulierung dazu übergegangen, ihre Beratungsprozesse zu standardisieren. Nur so, glauben sie, den steigenden Dokumentationsaufwänden und Haftungsrisiken begegnen zu können.

Wie sollen Anlegerbedürfnisse ermittelt und strukturiert, im Anschluss geeignete Produkte unfallfrei zugeordnet und größerer Handlungsbedarf für die Zukunft vermieden werden, lautet die Aufgabenstellung. Projekttitel wie “mit drei Fragen zum Risikotyp” oder “in fünf Schritten zum Portfolio” weisen den Weg. Gearbeitet wird dabei immer häufiger mit Musterportfolien und einigen wenigen vermögensverwaltenden Fondslösungen.

Egal wie plausibel, rational und effizient diese Vorgehensweise sein mag, hat sie aus Sicht der Berater, wie der Kopf des römischen Gottes Janus, doch zwei Gesichter: denn von den “drei Fragen zum Risikotyp” ist es nicht mehr weit zur “eigenen Fondsauswahl mit fünf Klicks”, mithin zum elektronischen Berater, der es dem Anleger rund um die Uhr, an jedem Ort und kostengünstig erlaubt, sich selbst verschiedenen Produktlösungen zuzuordnen.

Von der Standardisierung zur Automatisierung ist es nicht weit! Ist ein wichtiges Glied der Wertschöpfungskette in der Finanzindustrie auf dem besten Weg sich selbst überflüssig zu machen, sich den sprichwörtlichen eigenen Ast abzusägen? Die Zukunft wird es zeigen und vielleicht auch die Frage beantworten, in wieweit diese Entwicklung vom Gesetzgeber sogar gewollt war.