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Unter Suggestion versteht man die unterbewusste, um nicht zu sagen manipulative Beeinflussung von Vorstellungen und Empfindungen.

Beseelt von dem Wunsch, die nach “Zinsersatzprodukten” suchende Kundschaft am sprichwörtlichen “Point of Sale” abzuholen, gehen immer mehr Fondsanbieter dazu über, aus der Historie abgeleitete fixe Ausschüttungen zu zahlen oder sie dem Publikum zumindest werbewirksam in Aussicht zu stellen. Beispiele gefällig?

Ein Vermögensverwalter, der unabhängig von Erträgen und Wertentwicklung in einer Anteilklasse seines defensiven Mischfonds 3% p.a. ausschüttet. Ein Dividendenfonds, der gemäß Unterlagen 4% p.a. anpeilt und vierteljährlich liefern will. Und schließlich ein französischer Fondsanbieter, der nach eigenen Angaben mit der neuen Anteilklasse seines Income-Fonds insbesondere Rentner anspricht, die im Ruhestand regelmäßige Erträge erzielen wollen. Er stellt ihnen 5% p.a. in monatlicher Ausschüttung in Aussicht. Wer bietet mehr, möchte man fragen und würde auch fündig.

Es geht an dieser Stelle nicht um die juristische Tragfähigkeit derartiger Aussagen und Versprechen. Dafür sind die Disclaimer und Fussnoten, die auf die Ermangelung von Ausschüttungs- und Substanz-Garantien hinweisen, ausgetüftelt genug.

Wohl aber muss die Frage erlaubt sein, warum leichtfertig und teilweise sogar wider besseren Wissens historische Größenordnungen von Renditen beworben und auf die Zukunft hochgerechnet werden, die in dieser Höhe und nach Kosten auf absehbare Zeit völlig ungewiss sind.

Ruft man sich in Erinnerung, dass die Geschichte der Fondsindustrie in der Vergangenheit leider häufig genug auch die enttäuschter Erwartungshaltungen war, liegt der Gedanke nahe, dass zum Ziele der Lenkungsfunktion und des Marketings erneut mit dem Feuer gespielt wird.