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Über den nachhaltigen Erfolg der Kryptowährung “Bitcoin” wird neben ihrer Stabilität vor allem die Frage ihrer Akzeptanz entscheiden. Umso aufmerksamer verfolgt die Fan-Gemeinde in diesen Tagen Meldungen, die sich als Meilensteine auf dem Weg zum Durchbruch interpretieren lassen. 

War man Anfangs schon glücklich, bei Starbucks mit Bitcoin Kaffee erwerben zu können und später im Dell-Store einzukaufen, wurde zuletzt darüber spekuliert, dass sich die NYSE und die Nasdaq mit dem Gedanken tragen, Handelssysteme für diese Form der Währungen zu entwickeln. Ein solcher Schritt wäre sicher als Ritterschlag anzusehen.

Bis zur Verwirklichung der Pläne feiert man andere erreichte Teilziele. So beispielsweise die Meldung, dass der erste “Bitcoin-ETF” (Exchange Traded Fund) aufgelegt worden sei. Schaut man genauer hin, handelt es sich dabei allerdings um einen ETN, eine Exchange Traded Note und damit um eine (un-)besicherte Anleihe (je nach Ausgestaltung). Der Emittent, die schwedische XBT Provider, verspricht dem Vernehmen nach grundsätzlich so viele Bitcoins vorzuhalten, wie durch die ETN repräsentiert werden. Der “XBT Provider AB” (A18KCN), so der offizielle Name, wird im Segment der Berliner Börse Tradegate gehandelt. Ein Anteil entspricht dabei 0,005 Bitcoin, also 500 000 Satoshis (Bruchstücke des Bitcoin).

Mit der bereits im Mai in Skandinavien emittierten ETN können Bitcoin-Freunde zwei wichtige Etappenziele als erreicht ansehen: sie haben einen alternativen Handelsweg zu den Bitcoin-Börsen im Internet gefunden, sich an der Wertentwicklung der virtuellen Währung zu beteiligen ohne sie selbst erwerben und halten zu müssen; – und was vielleicht noch wichtiger ist: Sie haben mit der ETN einen Weg gefunden, Bitcoin indirekt in normalen Wertpapierdepots verwahrfähig zu machen.

Dass ist doch auch schon mal was – wenngleich kein Fonds! Seine Vorzüge, wie beispielsweise die des Treuhandvermögens und der staatlichen Regulierung und Beaufsichtigung, bleiben bis auf weiteres unerreicht.

Dieser Artikel erschien am 28.07.2015 auf www.boerse-online.de

Für Börse Online kommentiert Björn Drescher wöchentlich mit “Return: Der Investmentkommentar” Ereignisse aus der Fondswelt.