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Der demographische Wandel der deutschen Bevölkerung schreitet voran. Im Zuge der Überalterung mutiert die “Alterspyramide” zur “Urnen-Struktur” und lässt schon heute die Probleme von morgen erkennen.

In Zahlen: Die Geburtenrate lag zuletzt bei 8,4 Promille. Seit 1972 sterben in Deutschland jährlich mehr Menschen als geboren werden (Sterbeüberschuss 2012 knapp 200.000 Menschen). Gleichzeitig werden die Deutschen im Schnitt immer älter: Der Altenquotient – Rentner zu Erwerbstätigen – betrug 2005 32%, wird für 2030 auf 50% geschätzt und 2050 auf mehr als 60%. Bereits heute leben in Deutschland 14.000 über 100 jährige Menschen. – Verbesserte medizinische Versorgung und Lebensbedingungen lassen grüßen. Unterstellt man vorprogrammierte Engpässe der Sozialsysteme, kommt es auf die Optimierung der privaten Altersvorsorge an.

Gehört haben davon viele, darauf reagiert allerdings wenige. Diesen Schluss legt zumindest die Vermögensverteilung der Deutschen nahe, in der Aktien (-fonds) nach wie vor ein Randphänomen bleiben. Dieser Umstand ist umso beklagenswerter, als die regulatorischen Vorgaben Versicherungen und Pensionseinrichtungen in ihren Anlagestrategien einschränken und Aktien im anhaltenden Niedrigzinsumfeld eine der wenigen substanzgeschützten Renditetreiber bleiben.

Soll Altersarmut vermieden werden, wird es höchste Zeit, dass sich das gesellschaftliche Bild der Aktie, deren Charakter mehrheitlich als Spekulationsobjekt verkannt wird, auf Seiten der Anleger und des Staates nachhaltig verändert, dass die Volatilität der Kapitalmärkte auch als Chance und nicht nur als Risiko interpretiert wird und dass auch der nach Renteneintritt verbleibende Anlagehorizont (immer häufiger länger als 20 Jahre) mit angemessen hohen Aktienquoten gewürdigt wird.

Erschienen in der Euro am Sonntag