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Unter “Asset Allocation” wird die Aufteilung eines Portfolios auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien, Währungen und Edelmetalle zum Zwecke der Risikostreuung und Renditeoptimierung verstanden.

Sie orientiert sich an historischen Renditen und Schwankunsgbreiten und krankt seit jeher im Rahmen des Multi Asset-Managements daran, dass “Immobilien”, die in Publikumsfonds nicht verwahrfähig sind, in der Praxis lediglich indirekt über spezialisierte Aktien und Pfandbriefe abgedeckt werden können.

Hält man sich vor Augen, dass Gold als wichtigstes Edelmetall in den vergangenen Jahren seiner Funktion als sicherer Hafen nicht gerecht wurde, wiegt die Erkenntnis um so schwerer, dass auch die Anlageklasse Renten ihr traditionelles Chance-Risiko-Verhältnis verändert. Und zwar gleich in dreierlei Hinsicht: Ertrag, Volatilität und Korrelation. Die Kupons schmelzen im Niedrigzinsumfeld ab, die Kurse schwanken stärker und die negative Korrelationseigenschaft zu den Aktienmärkten mutiert.

Im Zuge dieser Entwicklung wird immer deutlicher, dass die Aktienmärkte der einzig verbliebene nennenswerte Renditetreiber sind und die Risikokontrolle zusätzlicher Standbeine bedarf: es geht um “Einzeltitelauswahl” und “Timing” über Liquidiätsgradsteuerungen und derivative Absicherungen. Eine schlechte Nachricht für eine Branche, die einen starken Hang zu ETF- und rentenlastigen Mischfonds zeigt. Man wird etwas umdenken müssen.

Erschienen in der Euro am Sonntag