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Wie sieht sie aus, die Berufs- und Anforderungsbeschreibung des Finanzberaters in der Zukunft? Regulatorisch haben wir davon eine Vorstellung. Aber wie sieht sie inhaltlich aus?

Was wird in einigen Jahren noch dem heutigen Alltagsbild und Tätigkeitsprofil entsprechen, was davon entscheidend abweichen? Behält Professor Christian Rieck Recht, der für Finanzberater im Zuge der Digitalisierung eines Tages nur noch die Rolle des Dolmetschers und Spassvogels verbleiben sieht?

Oder kommt es vielleicht eher so, dass der Finanzberater sich tendenziell zum Psychologen des Kunden entwickelt, der ihm hilft, die zuvor von ihm selbst ausgesuchte Anlagestrategie aus- und durchzuhalten? Das Haus Flossbach von Storch bemühte unlängst aus Anlegersicht das Bild des Odysseus, der sich an den Mast binden ließ, um nicht dem Gesang der Sirenen zu verfallen.

Wie es auch immer kommen mag, es wird nicht so bleiben können, wie es ist. Auch dann nicht, wenn für viele Berater nicht sein kann, was nicht sein darf. Früher oder später wird man sein Geschäftsmodell dem regulatorischen Druck, den Kapitalmarktentwicklungen und einer sich kulturell verändernden Online-Gesellschaft anpassen müssen.

Dabei geht es um Leistung, Unterscheidungsmerkmale, Originalität, Einfachheit, Fairness, Preise und auch etwas Unterhaltung. Je eher man mit der Weiterentwicklung des eigenen Modells und Unternehmens beginnt, um so mehr Zeit hat man dafür.

Erschienen in der Print-Ausgabe von Das Investment