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…schwimmt gegen den Strom. Er gibt (verkauft) an der Börse, wenn andere nehmen (kaufen) wollen, und nimmt (kauft), wenn andere geben (verkaufen) wollen. Er weiss, dass die “Kunst des Gewinns” kaufmännisch im Einkauf liegt und hat die Anlagegrundsätze großer Investoren wie Sir John Templeton verinnerlicht: “wer die gleichen Strategien wie alle anderen verfolgt, erzielt auch die gleichen Ergebnisse; – kaufe wenn der Pessimismus am größten ist”.

Stellt sich nur die Frage, wann der Pessimismus am größten ist, wann Kurse und Bewertungen eines Marktes so ausgebombt sind, das man bei angemessenem Anlagehorizont zugreifen kann ohne in das berühmte “fallende Messer” zu greifen.

Ein brauchbarer (Contra-) Indikator, wenngleich nur einer unter vielen, war in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder die prozyklische Produktpolitik vieler Investmentgesellschaften. Wenn spezialisierte Fonds mangels Interesse der Anleger geschlossen wurden, war das nicht selten einer der besten Zeitpunkte, um den Einstig in diese Sektoren zu erwägen. – So gesehen bei der Schließung von Gold-(Minen-) Fonds um die Jahrtausendwende oder auch einige Jahre später im Fall geschlossener Biotechnologie-Fonds. Die anschließenden Kursaufschwünge wurden von den meisten Privatanlegern verpasst.

In diesen Tagen verschmilzt Goldman Sachs (in Person des ehemaligen Strategen Jim O´Neill – immerhin der Erfinder des Akronyms “BRIC”) den BRIC-Fonds mit der UR-DNA auf einen breiter streuenden Schwellenländerfonds. Vielleicht ein ganz guter Zeitpunkt, einmal wieder über Schwellenländeraktien im Allgemeinen und Beimischungen brasilianischer, russischer, indischer und chinesischer Aktien im Speziellen nachzudenken. Wenn schon nicht per Einmalanlage, so doch vielleicht via Sparplan. Nur damit später niemand sagt, wir hätten nicht bei Zeiten über verpasste Chancen gesprochen.

Erschienen in der Euro am Sonntag