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Wie ein unverkrampfter Umgang mit der Aktienanlage aussehen kann, belegt die unlängst veröffentlichte Investmentfibel eines namhaften Asset-Managers. Zeitgemäß erklärt sie den Anlegern den Zinseszinseffekt nicht mehr anhand von Zinspapieren, sondern bringt ihn mittels der Wiederanlage von Dividendenausschüttungen näher. Gut gemacht! Weiter so! Mehr davon! Dass wir das noch erleben dürfen.

Warum? Erklärungen wie diese tragen schrittweise zur Entmystifizierung, Normalisierung und Trivialisierung der Aktienanlage bei. Mit Blick auf eine effizientere Vermögensbildung und -verwaltung breiter Anlegerschichten in Deutschland sind mir persönlich diese kleinen pragmatischen Schritte im Alltag weitaus lieber als der laute und abstrakte Ruf nach einer “Aktienkultur”, die sich kurz bis mittelfristig ohnehin nicht verwirklichen lässt. Sie kann allenfalls am Ende, gleichsam als Resultat wünschenswerter Entwicklungen im Umgang mit dieser Anlageform entstehen, lässt sich indes nicht erzwingen. Sie ist das Ziel, aber nicht der Weg dahin.

Aus dem gleichen Grund freue ich mich als überzeugter Verfechter der Aktienanlage übrigens auch über jeden Kauf eines gut gemanagten Mischfonds: schließlich haben sich Anleger mittels dessen zumindest indirekt und anteilig zu einer Aktienanlage entschliessen können oder bewegen lassen. Erfahrungen und Erfolgserlebnisse werden ihnen im Laufe der Zeit helfen, sich weiter zu entwickeln und Aktienanlagen besser zu verstehen.

Erschienen in der Print-Ausgabe von Das Investment