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In ihrem Streben, ihre Währungen zu schützen (Schweiz) und die Konjunktur zu beleben (Japan) sind erste Notenbanken dazu übergegangen in nennenswertem Umfang (inter-) national Aktien zu erwerben. Das Beispiel könnte schon bald Schule machen. Um sich später keine Willkür oder Subjektivität nachsagen zu lassen, erfolgen entsprechende Engagements nicht selektiv und zielgerecht auf Einzeltitelebene (Stichwort: Stockpicking), sondern mehrheitlich über entsprechende marktbreite Index- (Fonds-) lösungen –  im Falle der Bank of Japan beispielsweise Nikkei 225, Topix, etc.

Auf diesem Wege verstärken die entsprechenden Notenbanken den Trend zu passiven Investmentstrategien und damit auch alle sie begleitenden Nebeneffekte, wie zum Beispiel die den Indexprodukten innewohnende Prozyklik. Zudem stellt sich die Frage, wie aktiv sie die Stimmrechte ihrer umfangreichen Aktienpakete im Hintergrund oder auf Hauptversammlungen zukünftig auszuüben gedenken. Dabei sei erwähnt, dass sich auch Enthaltungen dieser Größenordnungen auf Abstimmungsprozesse auswirken.

Setzt sich der Trend zu derartigen Ausweitungen strategischer Ankaufprogramme durch Notenbanken fort, wovon viele Beobachter ausgehen, drängt sich nebenbei bemerkt wirklich langsam der Eindruck einer staatlich finanzierten zentralistischen Planwirtschaft auf.

Dieser Artikel erschien auf www.boerse-online.de