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Das könnte man aus aktuellem Anlass frei nach dem Britney Spears Song “Oops I did it again” titeln. Nein, es geht nicht um das wiederholte Blitzen sekundärer Geschlechtsmerkmale, sondern das jüngste mehrseitige Statement des Starinvestors Warren Buffet.

Dabei ist Buffets erneute Kritik an den Kostenstrukturen der Asset Management-Industrie im Allgemeinen und denen aktiv agierender Vermögensverwalter im Speziellen durchaus nicht als unterlaufenes Missgeschick zu verstehen, sondern als bewusst formulierter verbaler Frontalangriff, inklusive eines Plädoyers zum Erwerb börsengehandelter Indexfonds.

Buffets Kritik trifft die Branche in schwierigen Zeiten und an empfindlicher Stelle. Schließlich stehen die aktiven Asset-Manager angesichts regulatorischer und digitaler Veränderungen ohnehin unter wachsendem Preis- und Leistungsdruck. Zwei Punkte dürften die aktiven Vermögensverwalter dabei am meisten ärgern: zum einen, dass sie selbst eben jenen Warren Buffet, der ihnen jetzt parasitäres Verhalten vorwirft, jahrzehntelang als Paradebeispiel “aktiven Asset-Managements” verehrt und zur “Institution” stilisiert haben, aus der heraus sein Wort nun besonders stark ins Gewicht fällt. Fast ist man versucht, von “friendly fire” zu sprechen. Zum anderen aber fällt es ihnen denkbar schwer, der Kritik, zumindest im Augenblick, nach einer ausgesprochen lang anhaltenden Aktienhausse, passende Fakten und Argumente entgegen zu halten.

Und so werden die aktiven Asset-Manager denn weiterhin mehrheitlich schweigend mit den Zähnen knirschen. Die einen werden einfach nur versuchen, ihre Gebührenstrukturen so lange es geht aufrecht zu halten, die anderen auf eine Baisse oder einen Crash warten, der Anlegern vor Augen hält, dass sich auch ein unkritischer Umgang mit ETFs rächen kann und wieder andere werden darauf hoffen, dass sie zu den “Zehn” zählen: jenen zehn Vermögensverwaltern, die Buffet in seinem Leben ausgemacht haben will und von denen er erwartet, den S&P über einen langen Zeitraum schlagen zu können.