02203 / 202990 kontakt@drescher-cie.de


Angelehnt an das englische “bashing”, was soviel wie “öffentliche Beschimpfung” meint, macht das Wort vom “Mischfonds-Bashing” die Runde. Gemeint ist die aus Sicht vieler Anbieter von vermögensverwaltenden Investmentlösungen als überzogen empfundene öffentliche, vor allem mediale Kritik an der Güte ihrer Produkte.

Der häufig gehörte Vorwurf: die entsprechenden Fonds seien ihr Geld in Form der Verwaltungsgebühren allein schon von daher nicht wert, als eine simple 50:50 Mischung europäischer Staatsanleihen guter Bonität und internationaler Aktien in Form passiver Indexinvestments die meisten Mischfonds in den vergangenen Jahren locker outperformt hätte.

Kann man so sehen! Allerdings stellen sich in diesem Zusammenhang zwei wesentliche Fragen. Erstens: wer hat sich tatsächlich so positioniert und damit entsprechend gut verdient? Und zweitens: führt diese Strategie auch zukünftig zum Erfolg? Schließlich hat sich das Chance-Risiko-Profil der Anleihen entscheidend verändert.

Bei aller berechtigter Kritik an Kostenstrukturen und Managementleistungen zahlreicher Mischfonds bleibt die eigentliche Leistung dieser Fondsgattung in den vergangenen Jahren für mich davon unberührt bestehen: der Verdienst, viele Anleger nach der Finanzmarktkrise überhaupt wieder indirekt und Schritt für Schritt an die Aktienanlage herangeführt und ihnen auf diesem Wege abseits klassischer Zinsanlagen Zusatzerträge generiert zu haben. Wenn man so will, haben die Mischfonds die ursprüngliche Fondsidee als “standardisierte Vermögensverwaltung für jedermann” ein Stück beseelt. Dafür ist ihnen zunächst einmal zu danken, bevor man auf sie einprügelt!