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Der ab 2018 geplante “Vollkostenausweis” (MiFID II) wird die Anleger zukünftig vor und nach dem Vertragsabschluss noch stärker als bisher über die mit ihren Wertpapieren verbundenen Gebühren nachdenken lassen. Der Gesetzgeber will ihnen veranschaulichen, wer in der Wertschöpfungskette wieviel verdient und wie diese Kosten in der Summe die zukünftigen Gewinne belasten.

Wenngleich ihn dieses Ziel im Sinne der Transparenz ehrt, wirft diese Vorgehensweise doch eine ganze Reihe von Fragen auf: z.B. die nach einer möglichen Diskriminierung der Wertpapierbranche im Verhältnis zu anderen Dienstleistungen, die derartigen Vorgaben nicht unterworfen werden. Oder auch die nach einer möglichen Überbetonung des Selektionskriteriums “Kosten”, die andere, mindestens ebenso wichtige Aspekte der Kapitalanlage in den Hintergrund treten lassen könnten.

Umso wichtiger, dass die, denen sich die Zahlen offenbaren, sie auch verstehen. Schließlich sollen auf dieser Basis die Leistungen des Managements und der Beratung in absoluter und relativer Betrachtung beurteilt werden können und liegt es in der Natur der Dinge, dass es mehr Interpretationen als Wahrheiten gibt.

Zum warm werden hier schon mal eine erste Denksportaufgabe: womit stellen Sie sich als Anleger besser? Mit einem aktiv gemanagten Mischfonds mit laufenden Fondskosten von 1,5% p.a., aus denen auch der Berater vergütet wird oder einem Portfolio aus ETF mit durchschnittlichen laufenden Kosten von 0,5% p.a. und einer jährlichen Service-Fee eines Beraters in Höhe von 1% p.a.?

Richtig! “Ex post” wissen Sie das immer, “ex ante” nie!