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Dachfonds – also Fonds, die in andere Fonds investieren trugen in Deutschland lange schwer am historischen Erbe des IOS-Skandals Ende der 1960er Jahre. So schwer, dass der Gesetzgeber der Gattung annähernd 30 Jahre lang die regulatorische Grundlage entzog und sich erst 1998 im 3. Finanzmarktförderungsgesetz besann. Anbietern wie Anlegern fiel der Neuanfang danach vergleichsweise schwer, gewann im Vorfeld der Einführung der Abgeltungssteuer aber an Dynamik, so dass mittlerweile etwa 8% der Publikumsfondsgelder in Dachfonds gemanagt werden.

Die Befürworter von Dachfonds argumentieren traditionell mit der Effizienz dieser Form standardisierter Fondsvermögensverwaltung, die Risiken über Anlageklassen, Regionen, Branchen, Anlagestile und Manager hinweg streuen kann – steuerliche Stundungeffekte inklusive. Die Skeptiker verweisen zumeist auf die sich summierenden Kostenbelastungen verschiedener Ebenen und den Grenznutzen im Zuge der Risikostreuung. Dachfonds-Management ist eben so gut oder schlecht, wie das, was man aus den Rahmenbedingungen macht.

Angesichts des härteren Wettbewerbs in einer nahezu transparenten Investmentwelt, mit Fondsvermögensverwaltungen aller Art bis hin zum Robo-Advice, nehmen viele Anbieter von Dachfonds die Kritik nun spürbar an, besinnen sich ihrer Tugenden und drehen die Kostenschrauben nach unten. So entstanden und entstehen vielerorts neben Klassikern auch neuere Konzepte, wie z.B. die „Aktiv Index Portfolios“ (AIP), die aktive Managementansätze auf Dachfondsebene mit passiven Zielinvestments preiswert verbinden können. Überzeugen solche Produkte dauerhaft, gewinnt die Dachfondsidee zusätzliche Marktanteile.