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Wer geglaubt hat, die technische Entwicklung von Robo-Advisorn sei der begrenzende Faktor auf dem Weg zu einem erfolgreichen digitalen Vermögensverwaltungsgeschäft, hat sich geirrt. Es ist allem Anschein nach eher der Zugang zu bestehenden Kundenstrukturen, denen man eine solche Dienstleistung anbieten kann.

Die Commerzbank zeigt es mit „Cominvest“, die Deutsche Bank mit „Robin“ und auch die Volksbanken („Meininvest“) und die Sparkassen („bevestor“) stehen nun nach Pilotphasen in den Startlöchern, bestehenden und potenziellen Kunden elektronische Beratungen zu offerieren. Dass die Institute dabei derzeit noch bemüht sind, ihre Lösungen als hybride Kombinationen von Mensch und Maschine darzustellen, liegt dabei in der Natur der Dinge. Einerseits sind sie sich noch nicht sicher, welche Leistungen ihre Roboter langfristig zeigen und in welchem Maße ihre Angebote angenommen werden, andererseits wollen sie ihren Wettbewerbsvorteil, derzeit noch in der Fläche mit Filialen präsent zu sein, nicht konterkarieren.

Dessen ungeachtet wird immer deutlicher: Die Technik für einen elektronischen Berater kann man sich für vergleichsweise überschaubares Geld bauen, kaufen oder im Zuge von Kooperationen nutzen, bestehende und über Jahrzehnte gepflegte Kundenbeziehungen nicht. Die FinTechs mögen der trägen Finanzindustrie Beine gemacht haben, das große Geschäft geht in der Masse aber an ihnen vorbei. Die klassische Bank- und Fondsindustrie sitzt am längeren Hebel. Ausnahmen bestätigen diese Regel nur.