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…schaut man nicht ins Maul“, sagt der Volksmund. Mit Blick auf die Vermögenswirksamen Leistungen scheinen das viele Bundesbürger allerdings anders zu sehen. Zahlen des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) zufolge lässt etwa ein Drittel der rund 20 Millionen VL-Berechtigten Angebote zum Abschluss entsprechender Sparverträge ungenutzt verstreichen.

Woran liegt das? Unter anderem darf man wohl unterstellen, dass Arbeitnehmern und Angestellten die ihnen in Tarifverträgen und anderen Vereinbarungen eingeräumte Möglichkeit als solche oftmals überhaupt nicht bewußt ist. „Informationsdefizit“ trifft es an dieser Stelle vielfach besser als die Worte „Verzicht“ oder gar „Ignoranz“, von denen bisweilen zu hören ist. Zudem verkennt mancher, wem als „Geringverdiener“ Förderungen in Form der Sparzulage zustehen oder zusätzliche Lohnbestandteile vom Arbeitgeber winken.

Eine weitere Ursache sehe ich in der Kleinteiligkeit des Geschäfts. Wird nicht aufgestockt, sprechen wir von monatlichen Summen zwischen 6,65 Euro und 40 Euro. Sie dürften vielen Finanzinstituten und Beratern angesichts des zu erwartenden Beratungs- und Dokumentationsaufwands wenig lukrativ erscheinen. Mit anderen Worten: sie sind häufig wenig motiviert, etwas an der VL-Unwissenheit der Anleger zu ändern und konzentrieren sich stattdessen im Rahmen ihrer Aufklärung eher auf großkalibrigere Produkte im Rahmen der Altersvorsorge.

Alles in allem sollte jeder VL-berechtigte Arbeitnehmer und Angestellte das Angebot und seine persönlichen Rahmenbedingungen kennen und abwägen. Es ist selten genug, dass der Staat einmal die Anlage in reinrassigen Aktienfonds fördert. Und: Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist!