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…dann wär‘ mein Konto niemals leer“, singen die Prinzen. Wie sich gerade zeigt, gehen Menschen, die dieses Ziel bereits oder vermutlich erreicht haben, mit diesem Umstand in der Öffentlichkeit unterschiedlich um. Friedrich Merz z.B. ziert sich, vielleicht um die Identifikation mit breiten Wählerschichten besorgt, das Kind beim Namen zu nennen und zählt sich lediglich zur „gehobenen Mittelschicht“ in Deutschland. Kommentar eines bekannten Entertainers: „Als meinem Sohn in der Schule unterstellt wurde, der Vater sei doch Millionär, habe ich ihm erklärt, nächstes Mal sagst Du „Multi-“.

Blickt man in den World Wealth Report 2016, gab es damals in Deutschland rund 774.000 Millionäre. Millionär definiert sich hier als Person mit einem Finanzvermögen von mehr als einer Million US$, ohne Berücksichtigung von selbst genutztem Immobilienbesitz. Und genau an dieser Stelle können Menschen bei einem Gedankenaustausch rund um den Begriff „Millionär“ je nach Definition über völlig unterschiedliche Dinge sprechen. Ist jemand Einkommensmillionär, verdient also jedes Jahr mehr als eine Mio. Euro (netto oder brutto)? Hat er in seinen Finanzanlagen ohne Immobilien eine Million Euro auf der Kante? Oder doch nur mit? Wie hoch wird die selbst genutzte Immobilie bewertet? In Ballungsräumen soll auch das eine oder andere Reihenhaus schon mehr als eine halbe Million Euro kosten. Und schließlich, wie geht man bei der Bewertung der Vermögen Selbstständiger in Relation zu Angestellten und Beamten mit deren Renten- und Pensionsansprüchen um?

„Millionär“ zu sein, ist nicht verwerflich? Der Umstand sagt noch nichts über Mittelherkunft und -verwendung aus. Erst hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Aber was vielleicht wichtiger ist: die meisten großen Vermögen wurden dank direktem oder indirektem (Aktien (-Fonds)) unternehmerischem Erfolg aufgebaut. Gelänge es endlich einmal, diese Erkenntnis in die Fläche zu transportieren, hätten wir schon bald mehr Millionäre.