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„Warum hat mein Fondsmanager, Vermögensverwalter oder auch Anlageberater mein Depot nicht besser abgesichert und Kasse aufgebaut?“ Das wird sich mancher Privatanleger im vergangenen Jahr gleich mehrfach gefragt haben, als zuvor erzielte Gewinne in Aktien- und Rentenanlagen dahinschmolzen. Nach den Erholungen in den ersten Wochen des neuen Jahres, werden sie sich nun sagen: „Gut, dass sie es nicht gemacht haben“. Andere Asset Manager konnten erst den Schaden nicht begrenzen, verloren dann auch noch die Nerven, stiegen zuletzt aus und waren im Januar nicht investiert. Und einige wenige, machten alles richtig, rechtzeitig Kasse und waren pünktlich wieder dabei.

Und die Moral von der Geschichte? Gewusst, hat es niemand. Wer ein glückliches Händchen beim Timing bewies, sollte daraus nicht ableiten, Anlageerfolge dieser Art systematisch replizieren zu können.

Wenngleich wir uns alle eine Börsenampel wünschen, die warnt, wenn es Zeit ist, vorsichtiger zu werden und umgekehrt Vollgas signalisiert, wenn die Bahn frei ist, bleibt zu konstatieren: es gibt sie einfach nicht. Timing unter Ausnutzung kurz- bis mittelfristiger Trends, hat mehr mit Glück als mit Handwerk und Technik zu tun. Schließlich sind nicht alle Rot- und Grünphasen an den Börsen gleich lang oder gar vorhersehbar. Nicht nur, aber auch von daher, als sie von der Verkehrsaufsicht, in diesem Fall den Notenbanken, beeinflusst werden – Von der Notwendigkeit, die Kosten von Timing-manövern amortisieren zu müssen, ganz zu schweigen.

Die Erwartungshaltung bezüglich des Market-Timings sollte eher gedämpft als stimuliert werden. Wenn es so leicht wäre, würden mehr aktiv gemanagte Fonds realistisch gewählte Vergleichsmaßstäbe schlagen als es statistisch nachzuweisen ist.