02203 / 202990 kontakt@drescher-cie.de

Es sind Meldungen, wie die Durchschnittserträge globaler Mischfonds im vergangenen Jahr (rentenbetont -5,2%, ausgewogen -6,7%, aktienbetont -8,7%) oder auch die Absatzzahlen der Mischfonds im ersten Quartal 2019 (-50 Mio. Euro), die bisweilen auch hartgesottene Fans der Multi-Asset-Idee nachdenklich werden lassen. Sicher, andere Fondsgattungen traf es 2018 noch härter und in QI 2019 verloren die Publikumsfonds des BVI netto insgesamt sogar -2,2 Mrd. Euro. Und dennoch genießt das Segment der Mischfonds besondere Aufmerksamkeit. Schließlich handelt es sich hier um den Blockbuster der letzten Jahre und damit um die „Cashcow“ der Branche, in deren Vermarktungskontext Erwartungen geweckt wurden, die nicht immer ganz zu den letzten Ergebnissen passen wollen. Wäre das erste Quartal 2019 nicht so ausnehmend gut an den Kapitalmärkten gelaufen, wäre der Unmut jetzt sogar noch größer.

Steckt Multi-Asset also nun in der Krise? Ich meine noch nicht. Wohl aber ist eine gewisse „Ernüchterung“ auszumachen, die in einer veritablen Krise münden könnte, sollten sich die Erträge über längere Perioden nicht adäquat zu den verursachten Kosten und Beschreibungen der Produkte entwickeln. Eine Schlüsselfunktion kommt dabei den Anleihen zu. Versagen sie als Ertragsbringer und Risiko-Anker längerfristig, nimmt das ganze Konzept Schaden. Der regelrechte Stromabriss in der Breite der Mittelzuflüsse in den letzten Monaten, zu beobachtende Favoritenwechsel und die Suche nach Alternativen (u.a. wieder mehr Immobilienfonds) zeugen bereits von der Verunsicherung der Anleger und Vertriebswege und müssen  ernst genommen werden.

Ein Ende des Multi-Asset- und Mischfonds-Hypes steht derzeit aber allein schon von daher nicht zu erwarten, als sich an anderen Faktoren, wie dem regulatorischen Druck, der den Vertriebswegen den Absatz von „Buy-and-hold-Investments“ nahelegt, der erschwerten Leistungsbeurteilung (Benchmarking) von Mischfonds und ihrer Margenstärke, aus Sicht von Anbietern und Beratern nichts ändert.