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Das Bild der Trennung von Spreu und Weizen im Wind, passt ganz gut zum rasch wachsenden Angebot nachhaltiger Investments, aus dem interessierte Anleger wählen können. Vergeht doch angesichts der zunehmenden Dynamik in diesem Segment, die dem Zeitgeist und wachsendem regulatorischen Druck zu verdanken ist, kaum ein Tag, an dem nicht ein neuer „sustainable“, „ESG-konformer“ oder entsprechend thematischer Fonds das Licht der Welt erblickt oder medial vermarktet wird. Immer mehr Anbieter rühmen sich, schon lange eine Expertise zu besitzen, eine solche zugekauft zu haben oder jetzt zu implementieren. Sie überbieten sich regelrecht in ihrer „Nachhaltigkeit“ – frei nach dem Motto „grün, grüner, am grünsten“. Selbst um die Kritiker früherer Tage, ist es ruhig geworden. Mancher arbeitet hinter den Kulissen an neuen Argumentarien.

Während die Investmenthäuser die Zeichen der Zeit verstehen, sehen viele Anleger und Berater den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und haben die Qual der Wahl. An welchen Kriterien sollen sie ihre Auswahl festmachen? Wenn es nach dem Gesetzgeber geht, an seiner Taxonomie, den Transparenzvorschriften und Definitionen, an denen er arbeitet. Wenn es nach den Ratingagenturen ginge, an ihren Noten und Prüfsiegeln. Hilfreich ist aber vielleicht auch schon ein Blick darauf, wann einzelne Anbieter die Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren der UN unterschrieben haben, wie lange sie bereits nachhaltige Themen- und Best-in-Class-Fonds offerieren, mit welchen Dienstleistern sie kooperieren, wie nachhaltig sie ihr eigenes Unternehmen führen (Mitarbeiter, Immobilien, Fuhrpark, etc.) und welche historischen Performance-Erfolge sie zu bieten zu haben. Wir sprechen schließlich immer noch von Geldanlagen, auch wenn sie nachhaltig sein sollen.