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Die aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von Union Investment lässt mich erschauern. 68% der Befragten erwarten anhaltend niedrige, 20% weiter fallende und nur noch 9% steigende Zinsen in den kommenden sechs Monaten. Knapp Zweidrittel äußert Unmut über die Art und Weise, wie das eigene Geld arbeitet. Aber nur wenige sehen sich nach Alternativen um und passen sich an. Fast die Hälfte hat „derzeit keine Lust, verschiedene Anlageformen miteinander zu vergleichen“ oder will „erst einmal abwarten“.  Bereits jeder Vierte hat sogar schon darüber nachgedacht, mehr Bargeldreserven Zuhause aufzubewahren. – Armes Deutschland!

Unzweckmäßige Geldanlagen werden nicht dadurch besser, dass man sie länger aushält oder bespart! Als Anleger sollte man angesichts der jüngsten Maßnahmen der  Notenbanken in den USA und in Europa endlich verstehen, dass es sich bei der expansiven Geldpolitik nicht mehr um eine zeitlich begrenzte vorübergehende Maßnahme handelt, die es in der Duldungsstarre auszuhalten und zu überstehen gilt. Vielmehr muss man verinnerlichen, dass es sich hierbei, wenn nicht um den neuen Normalzustand, so doch zumindest um eine Nullzinsepoche handelt, die eigene Verhaltensänderungen notwendig werden lässt.

Wo es noch nicht „klick“ gemacht hat, muss der Schalter im Denkprozess jetzt endlich einmal umgelegt werden, will man nicht länger zu denen gehören, die die Zeche bezahlen. Schon jetzt beläuft sich der in deutschen Privathaushalten seit der Finanzkrise aus der europäischen Notenbankpolitik erwachsene Zinsschaden auf mehr als 350 Mrd. Euro, wie die DZ Bank unlängst vorrechnete. Was muss denn noch passieren, damit die Freunde von Sparbüchern, Festgeldern, Bausparverträgen, Lebens- und Rentenversicherungen aufwachen und sich bei langfristigen Anlagehorizonten stärker aktienlastigen Kapitalanlagen zuwenden?