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Mit dem Wunsch ohne Verluste bei kurzfristiger Verfügbarkeit Renditen oberhalb Festgeld, Sparbuch und Verwahrgebühren zu erzielen, haben viele Deutsche in den vergangenen Jahren Multi-Milliarden Euro in „defensive“ und „konservative“ Mischfonds investiert.

Bisher ging die Rechnung zumeist auf. Die Anleihenportfolios entsprechender Fonds fungierten als Risikoanker und erzielten stabile, fast planbare Erträge, die der Amortisation der Fondskosten dienten und Risikobudgets schufen, die eine Optimierung der Renditen über beigemischte Aktieninvestments erlaubten. Die zehnjährige Schwindsucht der Marktzinsen konnte dank Kursgewinnen der Anleihen im Bestand, der Beimischung von Gold und Market-Timing mittels Kassensteuerung und dem Einsatz von Derivaten lange Zeit kompensiert werden.

Wie schon das Kalenderjahr 2018, mit seinen vielfach zu beobachtenden zwischenzeitlichen Verlusten entsprechender Fonds, zeigte, drohen die Konzepte nun aber an Grenzen zu stoßen. 2019 hat mit der Zinswende in den USA und der expansiven Geldpolitik der EZB inzwischen zwar viele Performance-Wunden geheilt, das Kapitalmarktumfeld indes noch herausfordernder werden lassen. Bildlich gesprochen sind die Bänder überdehnt, und zwar mehr am Renten-, als am Aktienmarkt.

Private Anleger sollten dem Beispiel manches offensiveren Mischfondsmanagers folgen, der die Anleihen, infolge ihres derzeit unvorteilhaften Chance-Risiko-Profils zugunsten der Kasse und Aktien stark reduziert hat. Bei kurzfristigen Anlagehorizonten sollte Cash oder Tagesgeld gegenüber defensiven Mischfonds derzeit bevorzugt werden. – Im Umkehrschluss jene Beträge, die länger investiert werden können, ausgewogenen Misch- und reinen Aktienfonds anvertraut werden. Frei nach dem Motto: richtig oder gar nicht.