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Mit „no free lunch“ bringen Börsianer für gewöhnlich zum Ausdruck, dass es im Zuge der Kapitalanlage grundsätzlich keine risikolosen Erträge oder Kursgewinne gibt. – Erst recht nicht im Zeitalter negativer Zinsen.

„No free lunch“ könnte man aber auch jenen Anteilinhabern zurufen, die nach der in den letzten Jahren beobachteten Preisschlacht bei den börsengehandelten Indexfonds (ETF), nun im nächsten Schritt einen Gebührenverfall ihrer aktiv gemanagten Investmentlösungen erwarten.

Machen wir es kurz: Indexfondsanbieter ringen um ein preissensibles und leistungsorientiertes Publikum, das wenig Identifikation mit Produkten und Verwaltern zeigt. Sie müssen sich in der Folge den Gesetzen des Wettbewerbs unterwerfen und Discount-Runden mitgehen. Andernfalls verlieren sie Anleger und Assets. Warum aber sollten Verwalter aktiv gemanagter Fonds Margen, die sich bei bestehenden Anteilinhabern immer noch erzielen lassen, mutwillig schleifen? Schließlich werden sie, so lange sich ihre Leistungen gegenüber ihren Vergleichsmaßstäben nicht verbessern, auch im Zuge einer Gebührenanpassung nicht mehr Geld als zuvor anvertraut bekommen, das den Verzicht kompensieren würde. Folglich lehnt der Homo Oeconomicus dankend ab und verteidigt den Status quo. Es wird mitgenommen was geht und so lange es geht. Allenfalls werden neue, preiswertere, wenn eben möglich nicht direkt vergleichbare Produkte den älteren Fonds zur Seite gestellt, um neue Anlegerkreise zu erschließen.

Anlegern, denen das Preis-Leistungsverhältnis in ihren aktiv gemanagten Fonds unangemessen erscheint, müssen sich vor diesem Hintergrund also selbst über Alternativen informieren und handeln. Geschenkt, bekommt keiner etwas!