02203 / 202990 kontakt@drescher-cie.de

Kommentare wie diesen schreibt man alle Jahre wieder. Immer dann, wenn die Kapitalmärkte in Turbulenzen verfallen und die Aktienmärkte crashen. Letztmalig 2008 in der Finanzkrise, davor 2001 nach 9/11 und davor 1990 bei Ausbruch des Golfkriegs. Jedesmal geht es darum, weiten Teilen der Anlegerschaft die Angst zu nehmen, die sie im Zuge der fallenden Kurse überkommt und sie dazu zu bewegen, nicht nur ihre Aktienpakete zu halten, sondern sie auf die Zukunft vertrauend sogar aufzustocken. Die Reaktionen auf die Artikel sind dabei immer gleich: Erst will es keiner hören, dann keiner glauben und Jahre später heißt es: „warum wurde darauf nicht noch stärker hingewiesen, dann hätte ich doch…

Meist werden Kommentare dieser Art dicht bestückt mit Plattitüden von Rothschild, „kaufen wenn die Kanonen donnern, Sir Templeton, „folge nicht der breiten Masse“ oder Thieme „du sollst an der Börse nehmen, wenn andere geben….

Versuchen wir es an dieser Stelle einmal anders und kommen über die Angst. Denn es lohnt sich, diese Form der Verunsicherung des Gefühlslebens differenzierter zu betrachten als dies gemeinhin geschieht. So sollte z.B. die ereignisbezogene „Furcht“ von der die eigene Persönlichkeit einschränkenden Eigenschaft der „Ängstlichkeit“ unterschieden werden. Und warum nicht mal den Fluchtreflex und damit die evolutionstechnisch wichtige Frage des „fight or flight?“ ganz bewußt mit „fight“ beantworten. Als Lohn winkt jene das Lebensgefühl steigernde Lust, die aus der Kontrasterfahrung einer Bewältigung aufregender Gefahrensituationen resultiert.

Oder um es doch noch mit einer Plattitüde von André Kostolany zu sagen: „Börsengewinne sind Schmerzensgeld. Erst kommen die Schmerzen und dann das Geld. Mal im Ernst: große Teile der Prügel haben Sie doch schon bezogen. Nun weisen Nachkäufe und Sparpläne den Weg zum Kick.