02203 / 202990 kontakt@drescher-cie.de

Hut ab! Deutsche Privatanleger haben aus der Vergangenheit gelernt und zeigen sich in der aktuellen Börsenkrise besonnener als in früheren. Das geht aus einer Umfrage unseres Hauses hervor, an der gerade mehr als 1.000 Finanzdienstleister teilnahmen. U.a. fragten wir: „Haben Sie den Eindruck, dass Ihre Kunden aus den vergangenen Krisen gelernt haben und jetzt professioneller agieren?“ 78% stimmten der Aussage zu.

Eine gute Nachricht in Zeiten, in denen diese rar sind. Die Anleger haben bis jetzt allem Anschein nach mehrheitlich auf Panikverkäufe ihrer Wertpapiere verzichtet, ihre Sparpläne, so lange es die Liquidität zuließ, durchgehalten und wo möglich zugekauft, um Einstiegspreise zu verbilligen. Ja es scheint sogar zu sein, als wenn mancher die Quarantäne dazu genutzt hätte, endlich einmal seine privaten Finanzen zu ordnen. Wie wollte man sich sonst erklären, dass einzelne Onlineplattformen überdurchschnittlich viele neue Depoteröffnungen melden.

Bleibt die Frage, welchen Umständen wir diese Entwicklung neben der unermüdlichen Aufklärungsarbeit der Finanzberater und Medien verdanken. Sicherlich einem Mangel an attraktiven Anlagealternativen. Komfortable Rückzugsräume in Form attraktiver risikoarmer oder risikoloser Renditen gehören der Vergangenheit an. Darüber hinaus beließ der schnelle und heftige Corona-Kursrutsch wenig Reaktionszeit. Viele wollten mit Blick auf den entstandenen Schaden und den inneren Wert der Papiere nicht mehr verkaufen. Aber auch der Erfahrungsschatz dürfte eine Rolle spielen. Die Anleger haben aus vergangenen Krisen gelernt, wissen inzwischen um die Schwierigkeiten des Market-Timings und unterstellen Kurserholungen, die sie dank ausreichender Anlagehorizonte geduldig erwarten können.