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Der Satz, „die dunkelste Stunde ist vor dem Sonnenaufgang“, steht sinnbildlich für Bangen und Hoffen, für Tod und Geburt und auch für die bittersten Niederlagen, denen nicht selten die größten Siege folgen.

Was das mit Fonds zu tun hat? Am 9. Oktober wird Nordea Investments den European Value Fund, eine Ikone des Value-Stils, auf den European Stars Equity verschmelzen. Der einst Milliarden schwere Fonds magerte, im Zuge der 12-jährigen Underperformance von Value gegenüber Growth, auf 500 Mio. Euro ab.

Damit wir uns richtig verstehen, das stilneutrale High-Conviction-Portfolio des Nordea European Stars Equity, der in Unternehmen investiert, die von einer aktiven Eigentümerschaft gekennzeichnet sind, eine nachhaltige Wirkung erzielen, wird hier nicht gering geschätzt. Indes kann der Manager- und Stilwechsel des Nordea European Value Fund nach zwei Jahrzehnten, in denen Tom Stubbe Olsen dessen Geschicke lenkte, nicht nur als Aufbruch in eine neue Zeit verstanden werden, sondern auch als Kapitulation

Kein Dramaturg könnte die Geschichte besser schreiben. Noch 2007, als der erfolgreiche Fonds regelrecht überrannt wurde, begrenzte der gleiche Initiator die Mittelzuflüsse, der ihn nun, in der vielleicht dunkelsten Stunde schließt. Damit wird loyalen Anteilinhabern, die anscheinend ganz bewusst auf ein Comeback ihrer “Margin-of-safety-Strategie“ setzen, die Chance genommen, ihr Ziel zu erreichen.

Da ist es nur konsequent, wenn Stubbe Olsen mit dem geplanten Mensarius Sustainable Value Fund dazu einlädt, mit ihm auf den nächsten Sonnenaufgang des Value-Stils zu warten. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Schließung von Klassikern das Ende einer Durststrecke markiert. Kurz vor der Jahrhundertwende wurden auf dem Tiefpunkt des Goldpreises, dem eine bis heute anhaltende Rallye folgte, mehrere Goldminenfonds aufgelöst. Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie kann sich reimen. Wünschen wir beiden Seiten, Nordea und Stubbe Olsen, Erfolg.