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Alphabet, Apple, Amazon, Alibaba, Facebook, Netflix und Microsoft: kaum ein Aktien- oder Mischfonds, der unter seinen größten Positionen derzeit keine Schnittmenge zu dieser Liste aufweist. Und zwar völlig unabhängig vom verfolgten Anlagestil (Growth, Value, Blend, Quality, Momentum, etc.). Es zeigt sich, wie groß der Glaube an die Digitalisierung und den Fortschritt ist. Es wird deutlich, welchen Stellenwert entsprechende Firmen mittlerweile in der Weltwirtschaft erlangt haben, wie sie die Indizes dominieren, die als Beurteilungsmaßstäbe der Fonds fungieren und wie stark sich die Manager und Anleger in ihrem eigenen Konsum- und Nutzungsverhalten wiedererkennen. – Von der mangelnden Attraktivität alternativer Kapitalanlagen ganz zu schweigen.

Sagenhafte Renditen, hohe Bewertungen und steigende Volatilität lassen aber auch Erinnerungen wach werden. Haben Technologieaktien unter dem Akronym „TMT“, „Technologie, Medien, Telekommunikation“ doch schon einmal eine beispiellose Wachstums- und Kursphantasie der Börsianer befeuert, die zur Jahrhundertwende ein jähes Ende fand.

Wenngleich man geneigt ist, Parallelen zu erkennen, handelt es sich hier vermutlich um ein „Déjà-vu“, eine Täuschung. Wir meinen nur, diese Situation schon einmal durchlebt zu haben. Rufen wir uns den Fall doch einmal in Erinnerung. Zur Zeit der geplatzten TMT-Blase galt für die Visionen und Geschäftsmodelle vieler Unternehmen das Prinzip Hoffnung und lagen Zinsalternativen oberhalb 5%. Heute haben wir es im Nullzinsumfeld oftmals mit alltagsbewährten Technologien und Erfolgsstories zu tun, die dynamisch wachsende Gewinne produzieren und eher die Kartellämter als den Gerichtsvollzieher auf den Plan rufen.

Gewinnen wir dem Gefühl einfach etwas nützliches ab: Mahnt es uns doch, nicht gierig zu werden und Risiken noch besser zu streuen.