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Die Fondskosten sind in den vergangenen Jahren europaweit gefallen. Morningstar spricht aktuell von durchschnittlich 20% in den vergangenen sieben Jahren.

Die Ursachen sind schnell ausgemacht: Die Professionalisierung weiter Anlegerschichten, die digitale Transparenz des Marktes, die fortschreitende Finanzmarktregulierung, sinkende Roherträge in Zeiten des Nullzinses und passiv gemanagte Anlagevehikel. Würde jeder dieser Faktoren auch allein wirken, potenzieren sie sich obendrein.

Während der Preis für Asset-Management-Dienstleistungen also ganz erheblich geschliffen wurde, blieben die Margen im Fondsvertrieb an Endanleger in den letzten Jahren vergleichsweise stabil. – Sieht man einmal vom Ausgabeaufschlag ab, den viele Vermittler nicht mehr erheben wollen oder nicht mehr rechtfertigen können. Egal, ob man nun die Kickbacks aus den Verwaltungsgebühren der Fonds oder die direkt beim Kunden erhobenen Service-Gebühren als Grundlage der Betrachtung heranzieht, die laufenden jährlichen Vertriebs- und Beratungskosten belasten die Erträge der Anleger mit durchschnittlich knapp einem Prozent deutlich mehr als die eigentlichen Verwaltungskosten der angelegten Gelder.

Was die Frage aufwirft, ob das angesichts der Demokratisierung von Wissen in den Weiten des Internets, der Digitalisierung der Vertriebswege und der verstärkten Diskussionen über staatliche Vorsorgelösungen so bleiben wird.

Wahrscheinlich nicht. Vor diesem Hintergrund werden Berater und Vertriebe ihre Gebührenstrukturen zukünftig überdenken und ggf. dem Wert ihrer Dienstleistung in den Augen Dritter anpassen müssen. Will sagen: Preis runter oder Dienstleistungsumfang und Qualität hoch. Wenn es immer so schön hieß, „Fonds werden nicht gekauft, sondern verkauft (vermittelt)“, war das vielleicht bisher zutreffend, muss aber nicht unbedingt für die Zukunft gelten.