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„Man gewöhnt sich an allem, sogar am Dativ“, sagt der Volksmund so schön. – Zeit, dass wir uns auch an das dauerhafte Nullzinsniveau gewöhnen, das im Zuge der ausufernden Staatsverschuldungen während der Corona-Krise inzwischen manifestiert sein dürfte. Der „point of no return“ im Rahmen der Zinspolitik scheint endgültig überschritten zu sein.

Mit Blick auf das „billige Geld“, dass zur Verfügung steht, haben viele Deutsche das Nullzinsniveau bereits verinnerlicht. Seien es Hypothekenkredite für den Bau und Erwerb von Immobilien oder Konsumkredite für den täglichen Bedarf und Luxus. „Geld kostet wenig bis nichts“.

Die andere Seite der Medaille „Geld bringt wenig bis nichts“, zumindest in risikolosen und risikoarmen Anlagen, haben viele Bürger indes noch nicht verstanden und kleben weiter an Festgeld & Co. Und das, obwohl ihnen die Versicherungsbranche 2020 den berühmten Wink mit dem „Zaun-“, um nicht zu sagen, „Laternenpfahl“ gab. Rät doch die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) dazu, den so genannten Höchstrechnungszins möglichst schnell von 0,9% auf 0,25% p.a. abzusenken und haben sich mit der Allianz und der R+V schon zwei Versicherer dahingehend erklärt, zukünftig keine klassischen Lebensversicherungen mehr mit voller Beitragsgarantie anzubieten.

So sehen Zeitenwechsel aus! Und die Versicherungen weisen den Privatanlegern auch gleich den Weg, der mit, aber auch ohne sie beschritten werden kann. Loslösung vom verkrampften Gedanken an den kurzfristigen nominalen Kapitalerhalt, um den langfristigen realen Kapitalerhalt und die Vermögensbildung nicht aus den Augen zu verlieren. Anders formuliert: an die Seite des Risiko-Management muss endlich mehr Chancen-Management stoßen. Will sagen: mehr Aktien(-fonds), Immobilien und alternative Investmentstrategien in den Portfolios. Wer es jetzt noch nicht verstanden hat, zahlt die Zeche!