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Vor Konsensmeinungen, in diesem Fall Überein- und Zustimmungen hinsichtlich der zukünftigen Börsenentwicklung, wird allgemein gewarnt. Umso nachdenklicher lässt einen das zuletzt abgebrannte Feuerwerk an Marktprognosen werden, das trotz Unterschieden im Detail, doch zumeist das gleiche große Bild zeichnet und hinsichtlich der Asset Allocation auch in ähnlichen Empfehlungen mündet.

Danach bleiben Aktien 2021 die favorisierte Anlageklasse und Renditequelle Nr. 1. Schwellenländer sollten angesichts ihres Nachholpotenzials gegenüber den entwickelten Industrienationen taktisch übergewichtet werden. Ferner setzt sich die Branchenrotation zugunsten zyklischer Werte angeblich ebenso fort, wie die Tech-Party, die im Gegenzug etwas an Dynamik verliert. Da mit Renten nicht mehr viel Geld zu verdienen ist, wird vor allem zu Unternehmensanleihen mit Fokus auf High Yield geraten. Abrunden soll man die Portfolios mit Blick auf Inflationsrisiken und etwaige Marktturbulenzen schließlich je nach Geschmack und Liquiditätsbedarf noch mit alternativen Investments wie Edelmetallen, Privat Equity oder auch Kryptowährungen.

Um es klar zu sagen: Die Konsensmeinung der Experten schließt keineswegs aus, dass der tatsächliche zukünftige Börsenverlauf den Prognosen entspricht. Nicht zuletzt dank tatkräftiger Interventionen der Notenbanken. Sie wirft allerdings die Frage auf, woher die treibende Kraft für den Fall noch kommen soll, dass sich die Mehrheit der großen Investoren jetzt bereits entsprechend positioniert hätte. – Was angesichts der hohen Aktienquoten aller Orten und historisch niedrigen Kassenhaltungen durchaus naheliegend erscheint. Sollte hier vor allem auf Privatanleger gesetzt werden, können diese den Empfehlungen folgen, sollten indes ihre Erwartungen etwas dämpfen und auf Überraschungen gefasst sein.

„Ein Experte ist eine Person, die hinterher genau sagen kann, warum die Prognose nicht gestimmt hat“. Winston Churchill