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Der Gedanke „vermögensverwaltender Mischfonds“ in Abgrenzung zu reinrassigen voll investierten Aktienfonds sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Anleger oder ihre Berater auch hier für das individuelle Ablaufmanagement ihrer zweckgebundenen und terminierten Gelder bei abnehmendem Anlagehorizont selbst verantwortlich sind. Auch dann, wenn viele Marketingunterlagen sie etwas anderes glauben lassen wollen oder sollen.

Ein „Full-Service“ der Asset Manager ist gleich aus mehreren Gründen schlicht nicht darstellbar. Sind die Anlagehorizonte der in einem Fonds versammelten Anteilinhaber doch so unterschiedlich wie ihre Bedürfnisse und Investitionszeitpunkte. Das Management eines Fonds kann also nur mit einer modellierten, quasi laufenden durchschnittlichen Risikopräferenz und Anlagedauer in Form einer Strategie arbeiten. Umso mehr, als die Verwalter in der weitestgehend transparenten Fondslandschaft unter erheblichem Wettbewerbsdruck stehen, der Underperformance nach Frühbremsungen bestraft. Darüber hinaus zeigen historische Untersuchungen, dass kurzfristig orientiertes Timing an den Finanzmärkten zum Wohle aller Anteilinhaber ohne Fehler praktisch unmöglich ist.

Sollte dieser Umstand grundsätzlichen allen Anlegern bewusst sein, kann man ihn angesichts der inzwischen erreichten Bewertungen verschiedener Anlageklassen und vielerorts aufkeimender Spekulationsbereitschaft vielleicht nicht genug betonen. Wie sagte es ein bekannter Kapitalmarktstratege unlängst so schön: „Gelder, die nur noch über ein bis zwei Jahre Anlagehorizont verfügen, haben in Aktien nichts zu suchen“!

Angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes besteht die Crux einer solchen Empfehlung vor allem darin, dass sie in Ermangelung attraktiver defensiver Rentenfonds eigentlich direkt den Weg in die Kasse weist. Vom emotionalen Schmerz ganz zu schweigen, sollten die Kurse an den Aktienmärkten weiter steigen. Aber es hilft ja nichts…