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Dass es inzwischen Aktienfonds gibt, die sich auf den medizinischen Nutzen von Cannabis, FinTechs, die Krebsbekämpfung, Batterie- und Wasserstofftechnik, E-Gaming oder auch die Luft- und Raumfahrt spezialisiert haben, ist als solches kein Problem. Zeugt diese Tatsache doch von der Vielfalt der Produktwelt und damit einem gesunden Wettbewerb der Anbieter um Innovationen und die Gunst der Anleger.

Schwierig wird die Sache indes immer dann, wenn unerfahrene Anleger von Vergangenheitsrenditen angelockt, gierig, einseitig und ohne Geduld auf entsprechende Lösungen setzen, ohne sich möglicher Folgen ihrer thematischen Spezialisierung bewusst zu sein.

Es wäre nicht das erste Mal, wenn sich Anteilinhaber derartiger Fonds eines Tages im Zuge längerer Underperformance einzelner Sektoren darüber beschweren würden, verführt worden zu sein. Kam es doch im Zuge der geplatzten TMT-Blase um die Jahrhundertwende schon einmal nach einem Hype auch wieder zu einer Ernüchterung in Sachen Branchen- und Themenfonds. Im Anschluss übertrugen viele Investoren nicht nur die Selektion und Gewichtung der Branchen und Themen wieder den Managern breiter streuender Fonds, sondern oftmals sogar gleich auch noch die der Assetklassen. – Mancher mied die Aktienanlage lange Zeit ganz.

Die „Warum-alles-wenn-ich-nur-das-Beste-haben-kann“-Strategie greift an der Börse meist zu kurz. Spezialisierte Investments sollten Profis vorbehalten bleiben und privaten Anlegern neben ihren Basisinvestments allenfalls als kleinere Depotbeimischungen dienen, in denen sie ihren Theorien, Visionen und Neigungen, am besten via Sparplan nachgehen und dabei Erfahrungen sammeln können.