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Wenn es nach dem Gesetzgeber geht, sollen wir unser Geld nachhaltig investieren. Und die meisten von uns wollen es auch. Wie aber identifiziert man „Sustainable Investments“? Sind Privatanleger oder auch Allrounder unter den Finanzdienstleistern überhaupt in der Lage, Produkte hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit zu prüfen? Eine von uns bei Drescher & Cie im Rahmen des Sustainability Congress 2021 veranstaltete Diskussionsrunde spricht diese Fähigkeit der Masse der Marktteilnehmer mehrheitlich ab. Es fehlt an Fachwissen, Datenbasis und schließlich auch an den Kapazitäten, um ein breites Produktsortiment laufend zu prüfen.

Und wie eine Umfrage im Zuge dieses Webinars unter mehreren hundert Usern ergab, trauen sich auch gerade einmal 19% zu, die Nachhaltigkeit und ESG-Konformität ihrer Handlungsalternativen selbst zu beurteilen. Der Rest setzt auf die Hilfestellung von Ratingagenturen und Qualitätssiegeln.

„Auf welche Ratings & Siegel schauen Sie konkret?“, wollten wir in der Folge von den Zuschauern wissen? „Auf das FNG Siegel“, antworteten 41%. Knapp ein Drittel schaut stattdessen oder ergänzend auf „Morningstar-Globen“, weitaus weniger auf die Blätter von Climetrics, den „Sauren ESG Score“ oder andere Bewertungen. 41% berücksichtigen inzwischen bereits die Selbstdeklaration nach den Artikeln 6, 8 und 9 der EU-Offenlegungsverordnung und rund 10% wollen auf die Einführung des „EU-Ecolabel“ als Anhaltspunkt warten.

Wenngleich es nicht heißen sollte, je mehr grünes Lametta ein Finanzprodukt zur Schau stellt, umso nachhaltiger wird es schon sein, erscheint die Idee nicht schlecht, sich einen Überblick über die verschiedenen Untersuchungsergebnisse diverser Kontrolleure zu verschaffen und sich an der Summe dieser Bewertungen zu orientieren. Schließlich sind die Untersuchungsmethoden divers und ist der oft gehörte Satz, „machen Sie sich doch selbst ein Bild von der Authentizität ihres Anbieters“, leichter gesagt als von Laien umgesetzt.