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…was ein Meister werden will, heißt es bei Schillers „Wilhelm Tell“. Wie wahr, möchte man mit Blick auf eine Forsa-Studie im Auftrag der Union Investment denken. Sie stellt jungen Deutschen (18-29) zwar kein „Armutszeugnis“ in Sachen Finanzbildung aus, bescheinigt der Mehrheit aber erhebliche Defizite. Ursächlich für diesen Mangel sind nach Ansicht der Befragten in erster Linie die Schulen, in denen zu wenig Finanzfachwissen auf den Lehrplänen steht. – Vielleicht sollten wir besser von „Leerplänen“ sprechen. Erst danach sehen sie die Verantwortung für die Vermittlung von Finanzwissen bei Familien, Medien, Politik und den Finanzdienstleistern. An der Bereitschaft zu sparen und sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, das man als wichtig empfindet, um gut auf das Leben vorbereitet zu sein, liegt es dem Vernehmen nach jedenfalls nicht.

Es ist vielleicht zu einfach, reflexartig den Schulen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Sicherlich gibt es dort Verbesserungspotenzial. Wer hier allerdings Lerninhalte fordert, sollte auch erklären, an welche er im Detail denkt und sich fragen, auf was sich die Träger der Bildungseinrichtungen verständigen können. Ja, es ist an der Zeit, endlich Plattformen für diese notwendigen Diskussionen anzustoßen. Bis wir hier Veränderungen sehen, sollten wir allerdings auch auf zwei andere Pferde setzen. Die Vorbildfunktion im Sinne der Erfahrung, die von Angehörigen und Freunden weitergereicht wird und die Eigenmotivation. Wie wusste doch Antoine de Saint-Exupéry zu berichten: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, trommle nicht die Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer“. Mit anderen Worten, das Internet bietet den Bürgern viele Blogs und Tutorials auf unterschiedlichem Niveau, um sich (Finanz-) Wissen anzueignen, wenn man es denn will. Bei allen anderen Sachen, wird dort doch auch nachgesehen.