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Lernt man als Investor aus seinen Erfahrungen, optimiert Schritt für Schritt seine Strategien und sein Timing und wird so im Laufe der Zeit erfolgreicher? Gibt es den durch Wiederholung einer Sache gewonnenen Erkenntnisgewinn, den berühmten „Erfahrungsschatz“ auch an der Börse? Ist der sprichwörtliche erfahrene alte Hase also dem jungen Fuchs gegenüber im Vorteil? Das wollten wir unlängst von Dr. Jens Ehrhardt, einem der Dienstältesten und erfolgreichsten deutschen Vermögensverwalter in unserem Podcast „Fondsgedanken“ wissen.

Börse, so Ehrhardt, ist nicht Wissenschaft. Es kommt zwar vieles in Zyklen wieder, aber jedes Mal doch ein Stück anders. Man hat die Erfahrung von früher, aber manchmal ist es falsch das Gleiche zu machen, das früher zum Erfolg geführt hat. Es besteht die Gefahr, immer zu gleich und zu mechanisch zu reagieren und nicht kreativ genug zu sein. Man muss sich als Investor und seine Theorien an der Börse laufend hinterfragen und anpassen. Wenn man dabei die großen Trends gut hinbekommt, ist schon viel gewonnen. Die Kleinigkeiten und die Überraschungen lassen sich ohnehin entweder schlecht timen oder sind nicht vorhersehbar. Dessen ungeachtet ist Erfahrung wichtig, hilft Muster zu erkennen und schafft Vergleichsmöglichkeiten, die man beim ersten Mal noch nicht hatte.

Klingt nachvollziehbar. Wie sagt ein altes Sprichwort doch so schön: „Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich“. Und ohne das klare „jein“ oder „kann, aber muss nicht“, dass hier mitschwingt, ließe es sich ja auch nicht erklären, dass auch alte Hasen nicht davor gefeit sind, kapitale Fehler zu machen. Also aufgepasst! Spätestens dann, wenn Ihnen das nächste Mal an den Märkten eine Entwicklung begegnet, die Sie meinen, schon zu kennen.